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DaMOst

Neuigkeiten

25.07.2022

„Wir kommen nicht zur Ruhe“

Was beschäftigt unsere Mitglieder, die Landesverbände? Wir fragen nach.

Diesmal im Interview: Mamad Mohamed, Geschäftsführer des Landesnetzwerk der Migrantenorganisationen in Sachsen-Anhalt (LAMSA e.V.) über die Integration ukrainischer Geflüchteter und die Stärkung der Mitgliedsorganisationen.

Lieber Mamad, was sind die wichtigsten Aufgaben von LAMSA in nächster Zukunft?

Wir haben alle möglichen Themenbereiche, von Kindergarten und Zugang zum Arbeitsmarkt bis hin zur Demokratieförderung. Wir sind sehr breit aufgestellt. Aber am wichtigsten ist für uns die Basisarbeit: So unterstützen und stärken wir unsere Mitglieder bei Fragen der Demokratieförderung, der Beteiligungsmöglichkeiten bei politischen Prozessen, aber auch bei Fragen zur Projektentwicklung und Finanzierung. Alle, die mitwirken wollen, sollen auch mitwirken können. Unsere Türen sollen nicht nur offen sein, wir wollen auch Räume schaffen!
Dafür haben wir einmal jährlich unsere Jahreskonferenz, dreimal im Jahr die Regionalkonferenzen und noch weitere themenspezifische Veranstaltungen.

Was sind im Moment die größten Herausforderungen für euch?

Wir kommen nicht zur Ruhe. Jede Krise dieser Welt landet auf unseren Arbeitstischen: ob Corona, Afghanistan-Krieg oder Ukraine-Krieg! Wir können nie sagen: „Jetzt kümmern wir uns mal in Ruhe um unsere Netzwerke“. Wir sind ständig gefordert und müssen gut mit unseren Kräften haushalten.

Im Moment ist die Integration der Geflüchteten aus der Ukraine unsere größte Herausforderung. Wir haben eine Koordinierungsstelle eingerichtet, „Koordinierungsstelle Engagement Ukraine (Sachsen-Anhalt Süd)“. Außerdem bieten wir seit Juli Sprachmittlung, Begleitungen und Übersetzungen im Gesundheitsbereich an und beraten vulnerable Gruppen, z.B. Menschen mit Behinderungen. Hinzu kommt die „Fachstelle Schulsprachmittlung“: LAMSA koordiniert mit 14 Partnerorganisationen insgesamt 100 Sprachmittler*innen für Ukrainisch und Russisch, die in Schulen eingesetzt werden. Das sind 120 Vollzeitbeschäftigte!

Wir wissen nicht, wie sich der Krieg entwickeln und wie er sich auf die prekäre Lebenslage von Migrant*innen in Ostdeutschland auswirken wird. Klar ist: Menschen mit Migrationsgeschichte leben häufiger prekär und werden daher mit als erste von Verschlechterungen betroffen sein. An Krisen zeigt sich immer der Grad der Menschlichkeit – von Einzelpersonen wie von Organisationen!

Welche Wünsche hat LAMSA an DaMOst?

Wir sind überzeugt davon, dass DaMOst eine gute Schnittstelle sein kann. Unser Wunsch: politische Stimme sein und Antworten auf politische Fragen geben. Und auch mitdenken, was das Aufgreifen eines Themas für die Organisationen vor Ort bedeutet.

Bisher erkennen wir noch keine klare Strategie bei DaMOst. Der Dachverband sollte sich fragen: Wo wollen wir in den nächsten fünf Jahren hin? Genügt es, wenn nur die fünf Landesverbände Mitglieder sind, oder sollten nicht besser auch Einzelorganisationen Mitglied werden können?

Vielen Dank, Mamad!


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