Paper zu Migrationsnarrativen im Redaktionsalltag erschienen

Wie entstehen mediale Narrative und/oder Migrationsnarrative in den Redaktionen großer Medienhäuser? Gibt es ein journalistisches Problembewusstsein? Und wie könnte man problematischen Narrativen begegnen? Eine qualitative Interviewstudie des Kooperationsverbunds Vielfalt und Zusammenhalt (KVVZ)* liefert Antworten:

Journalist*innen in Deutschland sind sich problematischer Migrationsnarrative überwiegend sehr bewusst, und arbeiten ihnen im Redaktionsalltag teils aktiv entgegen. Das zeigt ein neues, qualitatives Interviewpaper, das die Arbeitsgruppe Narrative Change im Rahmen des KVVZ zusammengestellt hat. Entscheidend für den Spielraum, den Journalist*innen für differenzierte Berichterstattung haben, ist demnach weniger die individuelle Haltung als die strukturelle Verfasstheit ihrer Redaktion.

Für das Paper führte die Arbeitsgruppe acht leitfadengestützte Interviews mit Journalist*innen aus lokalen, regionalen und überregionalen Medienhäusern, von der Regionalzeitung über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bis zur Nachrichtenagentur. Wiederkehrende Deutungsmuster wie das Nützlichkeits- oder das Bedrohungsnarrativ sind demnach in Redaktionen weiterhin präsent, werden von vielen Journalist*innen jedoch erkannt und bewusst hinterfragt."

Das Paper ist ab sofort hier einzusehen oder kann unter medien@neue-deutsche-organisationen.de angefordert werden.

*Der Kooperationsverbund für Vielfalt und Zusammenhalt ist ein Zusammenschluss von sechs zivilgesellschaftlichen (post-)migrantischen Organisationen. Unser übergeordnetes Ziel ist es, in der Gesellschaft eine optimistische Vision für das konstruktive Zusammenleben in Vielfalt für Deutschland zu erreichen. Das sind die sechs Träger:

Der „Kooperationsverbund für Vielfalt und Zusammenhalt: Chancengerechtigkeit in der pluralen Gesellschaft“ ist ein Arbeitskreis im Programmbereich Entwicklung einer bundeszentralen Infrastruktur im Bundesprogramm “Demokratie leben!“.

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5. (Post-)migrantisches Jugendsofa: Ostdeutschland zwischen Abgrenzung und Aufbruch – Migration, Identität und die Zukunft Europas